Teilungskanon nach dem Baumeister Villard de Honnecourt

Dieser harmonikale Teilungskanon des mittelalterlichen Baumeisters Villard de Honnecourt ist neben dem Lambdoma ein Schlüssel zum Verständnis der harmonikalen Proportionen. Gleichzeitig sind in der oben stehenden Graphik die Entsprechungen für ein Saiteninstrument aufgezeigt und ebenfalls mit den Fußtonzahlen die Entsprechungen für die Orgel angegeben. Dieses Diagramm lässt sich, ebenso wie das Lambdoma, ins Unendliche fortsetzen, wobei die theoretische Nulllinie des oberen Graphikrandes niemals erreicht werden kann, wie hoch die Obertöne (wie klein die Bruchzahlen) auch werden. Beim Vergleich der Diagonalen, der Waagerechten und der sich aus diesen ergebenden Flächen, auch Winkel usw. ergeben sich eine Fülle von Beziehungen und Entsprechungen, die zur Gestaltung insbesondere von Bauwerken bis ins Hochmittelalter hinein eine bedeutende Rolle gespielt haben (s. auch das Jahn-Denkmal unter dem Button UGRINO, das der Romanik entlehnt wurde). Besonders interessant ist bei diesem Diagramm die Tatsache, dass es in jede beliebige Richtung streckbar und stauchbar wird, ohne dabei seine inneren Proportionen zu verlieren, diese stimmen immer, nicht nur in dem oben gezeichneten Sonderfall. Dieses Schema wurde u. a. auch verwendet für die Konstruktion von Steinplastiken an Kathedralen. Auch in der berühmten Studie der Proportionen des menschlichen Körpers von Leonardo da Vinci ist dieses Schema zugrunde gelegt.
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