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Die Bornholmer Rundkirchen sind archaisch wirkende Bauwerke, die auf den ersten Blick den Eindruck von Wehranlagen erwecken. Die späteren Anbauten von Konchen und die freistehenden Glockentürme haben sie dem gewohnten Bild von einer Kirche ähnlicher gemacht. Dennoch haben sie durchweg ihren ursprünglichen Charakter gewahrt. Charakteristisch ist der Zentralpfeiler - in der großen Østerlars eine Pfeilergruppe-, der das Gewölbe nach innen hin abträgt. Durch den Schub des umlaufenden Tonnengewölbes waren außen Stebepfeiler notwendig. Dort, wo keine Strebepfeiler wegen Anbauten Platz hatten, wurden äußerlich sichtbare, eiserne Zuganker eingesetzt, die das optische Erscheinungsbild etwas trüben. Die nachträglichen Durchbrüche für diese Zuganker sind im Inneren der Kirchen teilweise deutlich auszumachen, was für Jahnns Theorie eines nachträglichen Umbaus älterer Bausubstanz spricht. Die Bornholmer Rundkirchen bestehen durchweg aus mindestens zwei Stockwerken. Jahnn hat sie in die Reihe der ursprünglich heidnischen Sonnentempel eingereiht, die erst im Verlauf ihrer Geschichte zu Wehrzwecken genutzt wurden und zu christlichen Kirchen umgewandelt wurden, und in der Tat sprechen viele Indizien dafür, wie z. B. die Ausrichtung von Fensteröffnungen auf bestimmte Gestirne, uralte Mauerreste, die geschickt aber noch deutlich sichtbar in die jüngere Bausubstanz mit einbezogen wurden. Diese Reste können durchaus noch einer wesentlich älteren Herkunft als aus der Zeit der recht späten Bornholmer Christianisierung ausgemacht werden. Zudem sind diese Kirchenanlagen denkbar ungeeignet für die katholische Liturgie, was ebenfalls auf eine nachträgliche Umnutzung heidnischer Tempel zu christlichen Sakralbauten schließen lässt. Die Østerlars, einige Kilometer südlich von Gudhjem, ist die größte der vier Bornholmer Rundkirchen.
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