Hans Henny Jahnn

Pythagoreische Prinzipienlehre

Pythagoreische_Prinzipienlehre

Kernstück dieser Lehre ist zunächst die Erkenntnis, dass Alles eine theoretische Ausdehnung in zwei Richtungen der Unendlichkeit haben kann, nämlich zum einen in Richtung des unendlich Kleinen (Proportionen <1) und zum anderen in Richtung des unendlich Großen (Proportionen >1). Als einleuchtende Beispiele hierfür kann man sich z.B. die Wellenlängen des sichtbaren Lichtes vorstellen, die Schallwellen (vom Infraschall bis zum Ultraschall), aber ebenso auch die Materie (jedes kleine Teilchen ist wiederum spaltbar in weitere kleine Teilchen), ohne jemals ins Nichts zu fallen, also die Null-Linie zu überschreiten (s. auch das Gesetz von der Erhaltung der Energie). Diese an sich einfache mathematische Erkenntnis hat für den Harmoniker folgenreiche Konsequenzen, die bis hinein in ethische Kategorien reichen. Hier ist für Denjenigen, der diese Tafel bedenkt, eine einleuchtende Nahtstelle gegeben zwischen den unmittelbar durch die Naturwissenschaften nachweisbaren Zusammenhängen innerhalb der materiellen Welt und den Heilslehren der Weltreligionen (s. z. B. Eschatologie des Christentums), s. hierzu auch Konvergenzen-Divergenzen.