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* 1. April 1891 in Buchau am Federsee (Württemberg) als eines von vier Kindern; † 14. April 1964 in Bolligen bei Bern
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1892 siedelte er mit seiner Familie nach Sigmaringen über, wo sein Vater Gustav Kayser, ein Apotheker, die Hofapotheke gekauft hatte
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in Sigmaringen besuchte Hans Kayser das Gymnasium und legte dort das Abitur ab
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die väterliche Begeisterung für die Botanik und die Liebe zur Natur übertrug sich auf Hans Kayser, der mit Hingabe und Begeisterung seltene Pflanzen aufspürte, Herbarien anlegte und eine große Bewunderung vor allem zu einheimischen Orchideen hegte
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schon in frühen Jugendjahren sammelte und systematisierte er die Pflanzen gemeinsam mit seinen Freunden
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im Hause Kayser wurde das häusliche Musizieren mit Sorgfalt gepflegt, so dass Hans Kayser in einem musikalischen Umfeld aufwuchs, er selbst erhielt bereits als 10jähriger Cellounterricht
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er studierte ab 1911 Musik, Philosophie und Kunstgeschichte in Berlin und machte seine Abschlüsse in Erlangen; ab 1913 war er u.a. Schüler von Arnold Schönberg.
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in Erlangen promovierte er über Fra Angelico
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im Zuge seiner musikalischen Betätigung schrieb er auch einige kleinere Kompositionen
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1919 erhielt er vom Insel-Verlag den Auftrag „Der Dom – Bücher deutscher Mystik“ herauszugeben (eine 13-bändige Sammlung)
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bei diesem Auftrag bearbeitete er selbst die Bände über Jakob Böhme und Paracelsus. Einer dieser Bände war ebenso Johannes Kepler gewidmet, und hierdurch fand Hans Kayser endgültig zur Harmonik.
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seit 1920 arbeitete er an der Reformulierung des pythagoreischen Denkens und belebte die Tradition von Johannes Kepler und Albert von Thimus neu. Somit wurde er zum Begründer der modernen harmonikalen Grundlagenforschung im 20. Jahrhundert.
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1924 erschien bereits sein erstes eigenes harmonikales Werk: „Orpheus“, dem 1932 „Der hörende Mensch“ folgte
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1932 wurde ihm in Deutschland durch die Nazis die Existenzmöglichkeit entzogen – seine Frau war Jüdin – weshalb er das großzügige Angebot des Berner Kaufmanns Gustav Fueter gern annahm, nach Bern in die Schweiz auszuwandern. Hier schuf er in aller Ruhe sein großes Werk. Ihm angebotene Stellungen als Professor, z. B an der Uni oder am Konservatorium in Bern, lehnte er konsequent ab, weil er das Arbeiten an seinen harmonikalen schriftlichen Werken dem Dozieren vor Publikum vorzog.
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Literarische Parallelen zwischen Fra Angelicos Darstellungen des Jüngsten Gerichtes und den Schriften des Antoninus Florentinus, Diss. Erlangen 1925 (ungedruckt).
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Orpheus. Morphologische Fragmente einer allgemeinen Harmonik, Lfg. I, Berlin 1926
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Urformen der Natur, Berlin 1927 (verschollen).
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Der hörende Mensch, Elemente eines akustischen Weltbildes, Berlin, Verlag Lambert Schneider 1932
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Vom Klang der Welt, Max Niehans Verlag Zürich und Leipzig 1937
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Abhandlungen zur Ektypik harmonikaler Wertformen, Max Niehans Verlag Zürich und Leipzig 1938
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Grundriss eines Systems der harmonikalen Wertformen, Max Niehans Verlag Zürich und Leipzig 1938
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Harmonia Plantarum, Benno Schwabe & Co. Verlag Basel 1943
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Akroasis, Die Lehre von der Harmonik der Welt, Basel 1946
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Ein harmonikaler Teilungskanon, Zürich 1946 ( Harmonikale Studien Heft 1).
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Die Form der Geige, Zürich 1947 ( Harmonikale Studien, Heft 2).
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Lehrbuch der Harmonik, Ocident Verlag Zürich 1950
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Orphikon, Eine harmonikale Symbolik, aus dem handschriftlichen Nachlass, (Hg.) Julius Schwabe, Schwabe & Co. Verlag Basel/Stuttgart 1973
Hans Kaysers Werk wurde von Rudolf Haase weitergeführt. Harmonik als Universitätslehrgang ist weltweit einzigartig an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien etabliert. Aus dem 1967 gegründeten „Institut für harmonikale Grundlagenforschung“ ist im Jahre 2002 das Internationale Harmonik-Zentrum (IHZ) hervorgegangen. Es ist die Anlaufstelle für alle harmonikalen Aufgabenbereiche und somit eine Plattform, die den wissenschaftlichen Austausch international pflegt. Das Internationale Harmonik-Zentrum wird von Univ.-Prof. Dr. Werner Schulze geleitet.
Der zu Kaysers Lebzeiten von den Schulwissenschaften bereits verworfene Dualismus von Ober- und Untertonreihe wurde aus harmonikaler Sicht neu begründet, vor allem durch das „Teiltonkoordinatensystem“ des Lambdomas.
Das Hauptanliegen der Harmonik ist es, kleine ganzzahlige Proportionen als kosmische Normen auszuweisen. Die harmonik beinhaltet eine universale Lehre, die über historische und kulturelle Grenzen hinweg unterschiedlichste wissenschaftliche, philosophische und theologische Lehren und Richtungen synthetisieren kann.
Im Mittelpunkt des harmonikalen Weltbildes stehen akustische Gesetzmäßigkeiten, die sich vom Monochord ausgehend erklären lassen.
Kayser betonte oft, dass der Begriff „Harmonik“ nicht mit dem gleichlautenden Begriff aus der Musiktheorie, der eigentlich „Harmonie“ meint, verwechselt werden sollte (siehe auch: Gertrud Grunow).