Harmonikale Proportionen an der Kathedrale zu Chartres

Hier ist schematisch der Schnitt durch das Langhaus der Kathedrale mit den dazugehörigen Proportionen gezeigt. Diese Proportionen zeigen beispielhaft die Einbindung der musikalischen Intervalle beim Gestalten eines Kunstwerkes. Diese Proportionen entsprechen in ihrer Anlage dem ästhetischen Empfinden des Menschen und zeigen somit einen Zusammenhang auf zwischen dem Schönen und dem Natürlichen. Nichts ist dem Zufall überlassen sondern eindeutig aus der Naturtonreihe ableitbar, das Kunstwerk „klingt“ harmonisch im übertragenen Sinne. Der Senarius, d. h. die ersten sechs konsonanten Intervalle Oktave, Quinte und Terz, wird lediglich von der kleinen Septime aufgebrochen, die eine belebende Spannung in das Werk bringt, ohne aber dissonant zu wirken, da sie innerhalb des dominierenden Komplementärintervalls der Quinte, nämlich der Quarte, eingeführt wird (s. Schema oben, rechts). In ähnlicher Weise lassen sich diese Proportionen bei unzähligen Kunstwerken bedeutender Stilepochen nachweisen, sei es sowohl in der Architektur, in der Plastik, in der Malerei, im Musikinstrumentenbau als auch im Städtebau.