Rund um die Restaurierung der Hans-Henny-Jahnn-Orgel in der Ansgar-Kirche zu Hamburg-Langenhorn gibt es viele interessante Eigentümlichkeiten, die auf dieser Seite dargestellt sind.
Ein sehr bemühter Artikel, leider mit wenig Gehalt
Andreas Hahn von der Orgalbaufirma Jehmlich, die die Ansgar-Orgel im Jahre 2008 bearbeitet hat,
schrieb über die Orgel einen langen Artikel im ISO-Journal, (Nr. 30)
unser Kommentar >>>
Die ISO hat in Ihrem akutellen ISO-Journal (Nr. 31) eine interessante Stellungnahme der Redaktion zu Frau Henny Jahns Kritik an einem Artikel Herrn Hahns (F. Jehmlich) zur Restaurierung der Langenhorner Ansgar-Orgel-gepostet. >>> |
Bei einem Orgelkonzert in Dortmund äußerte sich Herr Prof. Dr. X. (er hat die Entfernung seines Namens gewünscht, da er offenbar eine offizielle und eine private, andere Meinung vertritt) in einem langen und aufschlussreichen Gespräch unserer Vorsitzenden und zwei Arbeitskreismitgliedern gegenüber verärgert und enttäuscht über das ungeeignete Restaurierungskonzept der Jahnn-Orgel und über die zuständigen Entscheidungsträger. Auch dieser renommierte Hochschullehrer hat dort bei seiner ehemaligen Studentin (Julia Götting) vergeblich für eine vernünftige Restaurierung vorgesprochen. Die härtesten seiner Worte sind hier nicht inhaltlich wiedergegeben.
Allgemeines Resümee: Eine große Chance ist nun für ein einmaliges Klangdenkmal auf Jahrzehnte vertan.
In der Tat stellt sich das Instrument nach der Restaurierung in denkbar ungünstiger Weise dar. Die Orgel klingt insgesamt forciert und muffig, als wolle man mit dem Aufdrehen der Pfeifen die Betonvergitterung vor der Orgel unschädlich machen. Das Eliminieren der für den Jahnnschen Klangtypus so immens wichtigen unharmonischen Teiltöne hat man dabei billigend in Kauf genommen, anstatt die durch frühere Falschintonation geschädigten Pfeifen entsprechend herzurichten. Man hat das Ganze nun noch verschlimmbessert. Die hohen Lagen und insbesondere die Aliquote haben ein starkes Übergewicht, von harmonikalem Klangaufbau keine Spur mehr. Der einstige Glanz, den diese Orgel immerhin ansatzweise besaß, ist nun völlig dahin und eingetauscht gegen ein billiges Neobarockklischee, gegen das Jahnn zeitlebens gekämpft hat - Störung der Totenruhe und Schändung in Reinkultur, an infamer Dreistigkeit kaum mehr überbietbar - und das ausgerechnet von Berufschristen.
Allen Kennern bleibt die Hoffnung, dass es in der Zukunft einmal eine neue Chance für die Umsetzung des Jahnnschen Klangkonzeptes an dieser Orgel geben wird, soweit sie nun nicht restlos verdorben wurde. Das wird aber nur möglich sein, wenn Vetternwirtschaft, Inkompetenz und die arrogante Ignoranz aus den Reihen der Entscheidungsträger eliminiert ist. |
eine schöne Bescherung:
Willkürrestaurierung aufgrund von Interpretationen eines Protokolls
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Pastor Tobias Götting wünscht vom Arbeitskreis, den Begriff der Geschichtsklitterung zurückzunehmen. Unseren Argumenten hat er aber offenbar nichts entgegenzusetzen, denn er hat die Chance zu einer Stellungnahme an dieser Stelle bislang nicht wahrgenommen.
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Lesen Sie hier ein Schriftstück, das belegt, dass selbst ein so renommierter Mann wie Kirchenmusikdirektor Friedrich Bihn nur Ärger mit den Langenhornern wegen der sachgerechten Erhaltung der Jahnn-Orgel hatte. In der Gemeindeleitung von Ansgar besteht ganz offenbar eine chronische Abneigung gegen kreative Menschen, und die Entscheidungsmacht scheint dort viel wichtiger zu sein als die angemessene Restaurierung eines Schöpfungssymbols, nämlich das des Jahnnschen Orgelkonzeptes.
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Nach einem neuerlichen Schriftverkehr, den der Pastor der HH-Langenhorner Ansgar-Kirchengemeinde mit mir initiiert hat, kommt er zu folgendem Ergebnis: „Das von uns erarbeitete Konzept möchte die Orgel so belassen, wie sie nachweislich bei Abnahme von allen, inklusive Hans Henny Jahnn, als außerordentlich geglückt beschrieben worden ist.“ Mit dieser Begründung initiiert der Pastor jetzt und für die Zukunft eine bewusste Irreführung der Öffentlichkeit und betreibt damit Geschichtsklitterung, setzt sich über den ausdrücklichen Willen Jahnns hinweg, denn es ist auch ihm hinlänglich bekannt, dass Hans Henny Jahnn während der Einweihungsfeierlichkeiten die Kirche unter lautem Protest und mit der ihm eigenen Vehemenz recht spektakulär verlassen hat, vor allem wegen der fehlgeleiteten Intonation, bei der er persönlich nicht anwesend sein konnte. (s. hierzu die Bemerkung des zuständigen OSV, Hans-Jürgen Wulf in der Ausschreibung aus 2005: „Die Intonation folgte im Jahre 1931 aufgrund einer in der persönlichen Situation begründeten Abwesenheit Jahnns allerdings nicht den Jahnnschen Prinzipien, sondern denen der ,romantischen’ Praxis der Erbauerfirma.“). Dass Jahnn sich späterhin gezwungen sah, ein paar gute Worte über die Orgel zu verlieren, ist schlichtweg mit der Tatsache zu erklären, dass er durch die nationalsozialistische Politik aufgrund seines Nonkonformismus zunehmend in die Enge getrieben wurde. So musste er für seine Familie und sich um seinen Broterwerb ringen, denn weitergehende Schwierigkeiten konnte er bei Bedrohung von Leib und Leben nicht gebrauchen. Späterhin war diese Orgel eine der wenigen von ihm geplanten, die überhaupt noch in seiner Vaterstadt existierte. Heute aber die Wiederherstellung eines Mangelzustandes mit diesen noterzwungenen Äußerungen zu begründen, ist regelrecht infam und zeugt von einer eklatanten Respektlosigkeit und Ignoranz Jahnn gegenüber, im günstigsten Fall von historischer Kenntnislosigkeit und Naivität. Dass industriell gefertigte Serienkernstiche wie in Langenhorn nichts mit künstlerisch hochwertiger, romantischer Intonation zu tun haben sondern von absoluter Dekadenz zeugen, gegen die Jahnn immens gekämpft hat, sei nur am Rande erwähnt. (Henny Jahn)
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erbaut durch Fa. Furtwängler & Hammer
Schleifladen, Pedal- und Hauptwerk durchschoben, mechanische Spieltraktur mit Balanciers
elektropneumatische Registertraktur